Wenn von der eigenen Mutter nur noch eine Drogensüchtige übrigbleibt: Der Spielfilm «Platzspitzbaby» lehnt sich an ein wahres Schicksal an und arbeitet ein schmerzhaftes Stück Schweizer Geschichte auf. Zum historischen Jubiläum veröffentlicht der «Tages-Anzeiger» die Web-Doku über eine der grössten sozialen Katastrophen der Schweiz nochmals (Text: Michèle Binswanger) – neu auch in der englischen Übersetzung. ; Suchtverhalten, ZA 64.4 * 8 Drogenkriminalität: Beschaffungsdelinquenz. Nach dem Ersten Weltkrieg witterte die internationale Abstinenzbewegung mit dem totalen Alkoholverbot in den Vereinigten Staaten von 1920 bis 1933 Morgenluft, allerdings zeigte sich rasch, dass die Prohibition zwar das organisierte Verbrechen stärkte, den Alkoholismus aber nicht wesentlich eindämmte. 1988 wurde das „Zürcher Interventionspilotprojekt gegen Aids“ (ZIPP-AIDS) als gemeinsames Unternehmen des Roten Kreuzes, des Universitätsspitals, der Psychiatrischen Universitätsklinik und der Stadt Zürich gestartet, das Hepatitis-Impfungen, ambulante medizinische Beratungen und die Spritzenabgabe umfasste. Ausgehend von Ostasien hatte sich im 19. Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch nahm von den frühen 40er bis in die frühen 70er Jahre sogar wieder von 7,8 auf 11 Liter zu. Solche Befunde schreckten die gesellschaftlichen Eliten auf und mündeten in Zivilisationskritik und Degenerationsdiskurse. Zürich gilt europaweit als eine Metropole sowohl des Koksens als auch des Ecstasy-Konsums. Es war vor allem diese dritte Gruppe, die das öffentliche Drogenbild prägte und von der staatlichen Drogenpolitik ins Blickfeld genommen wurde. Zürich 1995, 99448, Dobler-Mikola, Anja: Frauen und Männer mit harten Drogen: Eine empirische Analyse der geschlechtsspezifischen Unterschiede im Alltag der Teilnehmenden vor und während der heroinunterstützten Behandlung. ZA 66.3 * 2 Drogenabhängige & Süchtige: Gassenarbeit, Fixerräume etc. Die städtische Politik blieb in dieser Situation nicht untätig. Die Schweiz trat der Haager Konvention zur Kontrolle von Opiumproduktion und -handel von 1912 vorerst nicht bei, da das Problem nach Ansicht des Bundesrates das Land nicht betraf. Zunächst wurde der Drogenhandel in Hauseingängen in den Stadtkreisen 4, 5 und 6 abgewickelt. Geburtstag. (Hg. ): Drogenmissbrauch im Jugendalter: Ursachen und Auswirkungen. Der Platzspitz in Zürich. München 2016, 135366, Peterhans, Heinz: „Love, Peace & Unity“: Eine Inhaltsanalyse der Medienberichterstattung 1993 bis 1995 zum Thema ‚Ecstasy‘ und deren Bedeutung für die Sozialarbeit. In den folgenden Wochen verhinderte intensive polizeiliche Patrouillentätigkeit ein erneutes Festsetzen der Drogenszene hinter dem Hauptbahnhof. Les autorités ont fermé le Platzspitz manu militari. Jahrhundert zur Behandlung von Morphinabhängigkeiten verwendet, geriet aber zugleich selber als Droge durchaus auch in gehobenen Gesellschaftsschichten in Gebrauch (literarisch verarbeitet etwa in der Figur des Meisterdetektivs Sherlock Holmes). Die vorliegende Platzspitz-Chronik entstand bei der Arbeit am Buch „Das blutige Auge des Platzspitzhirschs“, Verlag Elster&Salis, Zürich 2020 eco-verlag. Solothurn 1999, 106492, Leuthold, Ruedi: Das schwächste Glied der Kette: Frauen zwischen Koka und Kokain. Die königlich privilegierte „British East India Company“, die im Auftrag Londons weite Teile Indiens verwaltete, war zu jener Zeit der weltweit bedeutendste Drogenhändler. Als nach dem Haschisch in den 70er Jahren vermehrt harte Drogen wie Heroin und Kokain in Gebrauch kamen und 1972 der erste Drogentote in Zürich zu beklagen war, reagierte die Gesetzgebung 1975 mit dem Verbot des Drogenkonsums. Zürich 1990. Vancouver 2013, online, Friesendorf, Cornelius: US foreign policy and the war on drugs: Displacing the cocaine and heroin industry. Platzspitz. Eine erstmalige Erhebung in den frühen 1880er Jahren konstatierte einen Pro-Kopf-Konsum von 14,3 Litern Alkohol pro Jahr. Dokumentiert ist das Elend vom Platzspitz etwa in unzähligen Aufnahmen der Fotografin Getrud Vogler, deren Vorlass das Schweizerische Sozialarchiv zurzeit erschliesst und digitalisiert (www.bild-video-ton.ch/bestand/signatur/F_5107). Wir Kinder vom Platzspitz Zürich. Judith Rohrer-Amberg. Februar 1995 war dann viel stärker in präventive, aber auch repressive Begleitmassnahmen eingebettet als diejenige des Platzspitzes drei Jahre zuvor. ): Chemie und Pharma in Basel. Drogen und Politik in Zürich. Dazu gehörten einerseits die Einrichtung von Fixerräumen, andererseits vermehrte Zwangspsychiatrisierungen mittels fürsorglichen Freiheitsentzugs (FFE) und die konsequente Rückführung kantonsfremder DrogenkonsumentInnen. ): Cannabis helvetica: Hanf in der Schweiz, Hoffnung für die Drogenpolitik. Bern 1991, 91085, Stadler, Markus: Das Polizeiproblem und die Drogen: Beobachtungen im Platzspitz. London 2007, 117655, Giger, Andreas: Unser gutes Kraut: Das Porträt der Hanfkultur. Im Dezember gleichen Jahres hiessen die städtischen Stimmberechtigten die niederschwellige Methadonabgabe an Süchtige gut. The Needle Trauma. (Hg. Aarau 2011, 125836, Halbheer, Michelle: Platzspitzbaby: Meine Mutter, ihre Drogen und ich. Einer von ihnen ist der heute 52-jährige Alex. Berlin 1972, 77807, Kessler, Thomas (Hg. Im Februar 1995 räumte die Polizei endgültig die Zürcher Drogenhölle. Wien 1989, 93094, Braun, Norman et al. Solothurn 1994, 95088, Saner, Luc (Hg. Schon 1840 existierten solche sowohl von Arbeitern als auch von Künstlern und Intellektuellen frequentierte Lokalitäten etwa in London, Marseille und Le Havre, in den folgenden Jahrzehnten zogen zahlreiche europäische Städte nach. Darmstadt 2011, 124294, Joite, Eckhard (Hg. Nach einer Versuchsphase billigte 1999 das Stimmvolk die ärztlich kontrollierte Heroinabgabe. Die Benutzung von nicht für die Heimausleihe freigegebenen Medien (zum Beispiel Material aus dem Archiv und der Sachdokumention) ist momentan nicht möglich. Berlin 2002, 110745, Uchtenhagen, Ambros und Dagmar Zimmer-Höfler: Heroinabhängige und ihre „normalen“ Altersgenossen: Herkunft, Lebenssituation, Zweijahresverlauf im Quervergleich. Zürich 2010, erwartet, Pérez, Ana Lilia: Kokainmeere: Die Wege des weltweiten Drogenhandels. Drogen werden zwar an den Schulen thematisiert, nicht jedoch unbedingt die Geschichte des Platzspitz. Ein Bericht über die wirklichen und mutmasslichen Gefahren des Haschischrauchens auf Grund wissenschaftlicher Untersuchungen Zürich 1970, Hg 326, Boller, Boris: Drogen und Öffentlichkeit in der Schweiz: Eine sozialanthropologische Analyse der drogenpolitischen Kommunikation der 1990er Jahre. ): Auf dem Weg zu einer neuen Drogenpolitik. An der Riviera, am Platzspitz oder am Letten: Die offene Drogenszene in Zürich ist Geschichte, die man jetzt auf einem Stadtrundgang miterleben kann. An Spitzentagen musste die Sanität 25 Wiederbelebungen vornehmen und allein im Jahr 1991 starben auf dem Platzspitz 21 Menschen. München 2013, 128045, Freitag, Marcus et al. Die Drogenpolitik avancierte in den frühen 90er Jahren zu einem heftig umstrittenen Politikfeld, bei dessen Diskussion neben dem Ringen um valable Handlungsvarianten auch parteipolitische Profilierung mitspielte. : Hanf-Szene Schweiz: Für eine Regulierung des Cannabis-Marktes. Reinbeck 1997, 101642, Zobel, Frank und Marc Marthaler: Neue Entwicklungen in der Regulierung des Cannabismarktes: Von A (Anchorage) bis Z (Zürich). Genf 1950, 18191, Mills, James H.: Cannabis Britannica: Empire, trade, and prohibition 1800–1928. Jahrhundert der Opiumkonsum als Produkt der frühen Globalisierung auch nach Europa und Nordamerika ausgebreitet. Die Geschichte der offenen Drogenszene begann jedoch bereits in den Siebzigerjahren. Located in Zürich's red-light district, the nonsmoking Hotel Gregory is just a 10-minute walk from Zurich Main Station. Zürich 1992, Hg 281, Oertle, Daniela: Räumliche Interventionen der Zürcher Stadtbehörden gegen die offene Drogenszene von 1989 bis 1995: Auflösung der Drogenszene und Überlagerung der städtischen Drogenpolitik mit der Asyldebatte. Grob gesagt etablierten sich drei, sich allerdings überlappende Gruppen von DrogenkonsumentInnen: Mitglieder der aus der Aufbruchsbewegung der 60er Jahre erwachsenen Subkulturen, weitgehend „unsichtbare“, sozial integrierte KonsumentInnen und die Angehörigen der offenen Drogenszenen, die nun in verschiedenen Städten entstanden. 1990 beschloss der nunmehr mitte-links dominierte Stadtrat 10 drogenpolitische Grundsätze, in denen unter anderem festgehalten wurde, dass „eine offene, überwachte Drogenszene in der Stadt Zürich vorerst toleriert werden muss“. 2 Bde. Die Formierung der Antialkoholbewegung mit verschiedenen weltanschaulichen Variationen fiel genau in diese Zeit. Wegen der Corona-Situation gelten zurzeit besondere Benutzungsbestimmungen: Der Ausleihschalter ist für die Abholung von Medien für die Heimausleihe geöffnet (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 9:00 bis 19:00, Sa geschlossen). Dass gerade zu jenem Zeitpunkt eine internationale Opium-Konvention abgeschlossen wurde, hing mit politischen Vorgängen in Ostasien zusammen. ): Schweiz im Wandel: Studien zur neueren Gesellschaftsgeschichte: Festschrift für Rudolf Braun zum 60. Platzspitz, Zürich I recently read that Platzspitz is one of the oldest park recreation areas in the city. Park in Zürich. Zürich 1996, 66613, Kreis, Georg und Beat von Wartburg (Hg. Im selben Jahr erliess der Zürcher Kantonsarzt Gonzague Kistler indessen ein striktes Verbot der Abgabe sauberen Injektionsmaterials an DrogenkonsumentInnen, das sich aber wenig mehr als ein Jahr hielt. Der Anteil der KonsumentInnen illegaler Drogen an der Street Parade wird mit 5 bis 10% geschätzt, was allerdings weit hinter dem exzessiven Konsum von Alkohol und Medikamenten an diesem Anlass zurückliegt. Im selben Jahr entstand mit der „Aktion betroffener Anrainer“, deren Vereinsakten sich heute im Schweizerischen Sozialarchiv befinden, eine Organisation, die die Drogenpolitik der Stadt Zürich kritisierte und die Räumung offener Drogenszenen forderte. Basel 1998, 104259, Schmid, Holger et al. platzspitz geschichte. Weitere Probleme waren die Verbreitung von HIV und Hepatitis durch den Gebrauch unsauberer Spritzen sowie die Prostitution. Vorträge zur Drogenpolitik. Zürich 2012, 126207, Feustel, Robert: Grenzgänge: Kulturen des Rauschs seit der Renaissance. Zürich 1988, 84224, Matthys, Lilian: Neue Wege in der Kokainproblembehandlung: Angebot in der Stadt Zürich: Grundlagen, Ressourcen und Ausblick. Andere Formen des Drogenkonsums wurden im Windschatten der Alkoholismusdiskussion demgegenüber kaum wahrgenommen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das schweizerische Betäubungsmittelgesetz in zwei Revisionen verschärft: Ab 1951 erfasste es auch die Cannabisprodukte und ab 1968 die Halluzinogene (wie das vom Basler Chemiker Albert Hofmann entdeckte LSD). : Consommateurs d’héroïne et/ou de cocaïne hors traitement médical: Etude exploratoire auprès d’une population cachée. Februar 2017 | Platzspitz 25 Jahre nach Platzspitz-Schliessung. Unter internationalem Druck führte die Eidgenossenschaft 1924 mit dem ersten Betäubungsmittelgesetz eine Bewilligungspflicht für Produktion und Handel mit Opiaten und Kokain ein – gegen den Widerstand der chemischen Industrie. Einher mit dem Wachstum der Szene ging eine zunehmende Verelendung. Dieser Ort im Zentrum der Stadt Zürich war von 1986 bis 1992 Treffpunkt von Drogensüchtigen aus dem In- … Der Stadtrat von Zürich (Hrsg. Dies heisst nun allerdings nicht, dass der Drogenkonsum zurückgegangen wäre; er ist indessen weniger sichtbar als zu Platzspitz-Zeiten. Die erste Rezeptur von Coca-Cola, das 1886 zuerst als Medizin, bald aber als Erfrischungsgetränk vermarktet wurde, enthielt bis 1906 250 Milligramm Kokain pro Liter. Quantitativ blieb der Alkohol auch im späten 20. Das Ausflugsziel Platzspitz wird von 18 Wanderern empfohlen. Dichter und Träumer trafen sich hier einst zum Stelldichein, dann kam die offene Drogenszene und schrieb ein tieftrauriges Zwischenkapitel des Elends. Arbeitsgruppe Hanf & Fuss. ZA 64.4 * 21 Drogenpolitik: Abgabe von Spritzen, Methadon, Heroin etc. 1983–2004, Ar 472.10 Dokumentation Subkultur Bern: Kultur- und Drogenpolitik Kanton Bern, Ar 473.30.1 Dokumentation Strafvollzug: AIDS und Drogen im Strafvollzug, Ar 578 Vereinigung unabhängiger Ärztinnen, Ärzte und Medizinstudierender, Ar SGG Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft, F 9056-003 TV-Beitrag einer französischen Station über die Zustände auf dem Platzspitz, Zürich, um 1990, QS 64.4 * 1 Sucht & Suchtmittel allg. Abingdon 2010, 123942, Seefelder, Matthias: Opium: Eine Kulturgeschichte. ZA 64.4 * 81 Drogenkriminalität: Grosshandel; Internationaler Handel, ZA 66.3 * 1 Drogenabhängige & Süchtige: Therapien; Entzugsstationen. Platzspitz Park, Zürich: Pozrite si recenzie zariadenia Platzspitz Park, umiestnenie a fotografie od cestovateľov v Zürichu, Švajčiarsko na Tripadvisore. Lausanne 2003, K 726:39, Schnyder, Marco: Drogenfeuer: Erinnerungen an den Platzspitz: Ein Erlebnis- und Erfahrungsbericht aus der Zürcher Drogenszene. Fußball Wm 2020 Gruppen Champions-League-Spielplan 2020/21: Der FC Bayern startet als Titelverteidiger in die neue Saison der Königsklasse. Frankfurt 2014, 130864, Grün Stadt Zürich (Hg. «Eine schlimme, eine schlimmste Situation»: Josef Estermann 2014 im Interview mit dem «Tages-Anzeiger». Göttingen 2005, 114436, Müller, Richard et al. Februar riegelte die Polizei den Platzspitz ab, am Eingang wurden Gittertore angebracht. (Hg. Basel 2016, Gr 14197, Kübler, Daniel et al. ZA 66.3 * 3 Drogenabhängige & Süchtige: Selbsthilfe- & Angehörigengruppen, Aarburg, Hans-Peter von Heroindampfscheibenwirbel: Eine kulturanthropologische und ethnopsychoanalytische Studie des Folienrauchens in Zürich zwischen 1990 und 1995. S. 397-416, 90671, Tornay, Magaly: Zugriffe auf das Ich: Psychoaktive Stoffe und Personenkonzepte in der Schweiz, 1945 bis 1980. Auch an der Schweiz gingen diese globalhistorischen Vorgänge nicht spurlos vorbei und in der Zwischenkriegszeit wurde der Konsum von Morphinen dann auch hierzulande zunehmend problematisiert. Bern 2007–, D 5803, Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme: Zahlen und Fakten. In Zürich gibt es nun einen digitalen Rundgang, um die Geschichte hinter dem sogenannten «Needle Park» und dessen Drogenvergangenheit zu erfahren. Zum historischen Jubiläum veröffentlicht der «Tages-Anzeiger» die Web-Doku über eine der grössten sozialen Katastrophen der Schweiz nochmals (Text: Michèle Binswanger) – neu auch in der. Der „Needle Park“ auf dem Platzspitz stellte zwar den Höhepunkt der stark medialisierten Drogendiskussion dar, war indessen weder Anfang noch Endpunkt der zürcherischen und schweizerischen Drogengeschichte. Bern 2001, 107906, Burkart, Gabriella et al. You will get 2 drinks for the price of one at the hotel bar. Thanks to its central location, the park is very easy to reach, so is ideal for taking a stroll, spending a short lunch break, or meeting with friends. Bald stammte nur noch eine Minderheit der DrogenkonsumentInnen aus der Stadt Zürich. Andreas Loebell. 1989: Die Stadt Zürich stellt versuchsweise weitere Hilfsangebote zur Verfügung wie Kontakt- und Anlaufstellen, Notschlafstellen, Krankenzimmer für Obdachlose etc. Bis 1995 ging die Zahl dann auf 360 zurück. Jahrhundert hatte sich die Diskussion um Sucht und Drogen auf den Alkohol konzentriert. Zürich 2009, 121787, Grob, Peter J.: Illegale Drogen und ihre medizinischen, sozialen und politischen Folgen: Eine Chronologie der Ereignisse in der Schweiz 1967–2016. Solothurn 2004, 113285, Seddon, Toby: A history of drugs: Drugs and freedom in the liberal age. Bereits 1985 war die Suchtpräventionsstelle der Stadt Zürich eingerichtet worden. [1] ): Drogen: Alles über Drogen und Drogenwirkung, Prävention und Strafverfolgung, Beratung und Therapie. Zürich 1985, 79566, Kraushaar, Beat und Emilie Lieberherr: Drogenland in Mafiahand: Entwicklung, Kommentar und Materialien zur Drogensituation in der Schweiz. Der Platzspitz: Chronik eines Gartendenkmals. Zurich – Il y a 25 ans, la scène de la drogue était évacuée Zurich était devenue la Mecque européenne de la drogue. Lausanne 2001–, K 726 A. Eine Eidgenössische Volksinitiative „Zur Bekämpfung des Alkoholismus“ des Landesrings der Unabhängigen, die eine verstärkte und nach dem Alkoholgehalt abgestufte fiskalische Belastung alkoholischer Getränke sowie Massnahmen gegen den Schwarzhandel mit Branntwein verlangte, erlitt 1966 mit lediglich 23,4% Zustimmung deutlich Schiffbruch. Die Briten wollten damit ihr beträchtliches Handelsbilanzdefizit mit dem Reich der Mitte ausgleichen, aus dem sie Seide, Tee und Porzellan importierten. : Das Kiffer Lexikon: Das ultimative ABC der Hanfkultur. In der öffentlichen Wahrnehmung verlor das Thema aber an Aktualität. Weinheim 1999, 105566, Friedrichs, Jan-Henrik: Urban spaces of deviance and rebellion: Youth, squatted houses and the heroin scene in West Germany and Switzerland in the 1970s and 1980s. Dies tat dem rasanten Wachstum des Konsums harter Drogen aber keinen Abbruch: 1976 wurde die Zahl der intravenös injizierenden DrogenkonsumentInnen in der Schweiz auf 4’000 geschätzt, 1985 auf 10’000 und 1988 auf 20’000 bis 30’000, eine Grössenordnung, die sich dann in den frühen 90er Jahren stabilisierte, bevor sie aufgrund von Substitution (insbesondere durch Methadon) zurückging. Bern 1985, 79578, Walder, Patrick und Günter Amendt : Ecstasy & Co.: XTC: Alles über Partydrogen. Gümligen 1995, 98307, Jay, Mike: High Society: Eine Kulturgeschichte der Drogen. ): Das Recht auf Rausch: Materialien zur Haschisch Diskussion. Jahrhunderts aus Südamerika nach Europa gekommen waren, wurde Kokain im späten 19. So entstand 1877 das Blaue Kreuz, 1892 die Guttempler-Organisation, 1895 die Katholische Abstinenten-Liga, 1900 der Sozialistische Abstinentenbund und 1902 der Bund abstinenter Frauen. Tübingen 2016, 134748, Treeck, Bernhard van (Hg. Brugg 1996, GR 9311, Rihs-Middel, M. et al. Weshalb wurde das Grauen jahrelang toleriert? Der 1885 in der Volksabstimmung mit knapp 60% gutgeheissene Alkoholartikel der Bundesverfassung, der den Alkoholkonsum mittels Besteuerung einschränken wollte, wurde zeitgenössisch als Sozialreform zugunsten der Arbeiterschaft gesehen. Gümligen 1992, 94717, Schumann, Kolja et al. In der Stadt Zürich verschob sich in den zwei Jahrzehnten vor der Entstehung des „Needle Park“ auf dem Platzspitz der topographische Schwerpunkt der Drogenszene mehrfach: Die „Autonome Republik Bunker“ unter dem Lindenhof wurde im Winter 1970/71 nach wenig mehr als zwei Monaten wegen zunehmender Drogenfälle wieder geschlossen. Aarau 1984, 76061, Ingold, Susanne: Geliebter Junkie: Leben und Sterben meines Bruders. We were there a lot of times, it’s the kind of place you want to visit again and again and again… no matter how many times you have already been there. Zugleich verbreitete sich auch der Kokainkonsum. Die offene Drogenszene konnte dadurch weit nachhaltiger aufgelöst werden als noch 1992. Weltweites Medieninteresse erregte die in den 1980er und 1990er Jahren behördlich tolerierte Anwesenheit von Drogensüchtigen aus ganz Mitteleuropa. Lausanne 1996, GR 8607, Künzler, Hans Peter: Analyse der offenen Drogenszene „Platzspitz“ in Zürich: Sozio-ökonomische und medizinische Aspekte. Alles. Oxford 2003, 115752, Möller, Christoph (Hg. Thilo Beck, Arud-Chefarzt Psychiatrie, erklärt, warum wir uns nicht auf den Erfolgen vor 25 Jahren ausruhen dürfen. Zum neuen Sammelpunkt der alternativen Jugendszene entwickelten sich zwischen 1991 und 1993 die seit 1989 leerstehenden Gebäude der Fabrik Wohlgroth beim Bahnhof Zürich. 1995: Die offene Drogenszene am Letten wird geschlossen. In den frühen 20ern tauchten dann unter den von der Opiumkommission des Völkerbundes beschlagnahmten Waren auch Drogen aus Basler Produktion auf. Die Geschichte der Zürcher Drogenszene wird dadurch wieder ein Stück bekannter gemacht. Unter den industriellen Lebensbedingungen wurde der Schnaps zu einem beliebten Nahrungs-Surrogat der Unterschichten. Berlin 1998, 104358, Amendt, Günter: Legalisieren! Die gewählte Form einer «mittelalterlichen Schlossanlage» reflektiert Geschichte und macht den Komplex leicht als Museumsbau erkennbar. Die Zahl der KonsumentInnen harter Drogen in der Stadt Zürich wird auf 4’500 geschätzt; im Unterschied zu den HeroinkonsumentInnen auf dem Platzspitz und am Letten sind sie aber zumeist sozial und beruflich integriert. Erfahr alles zu diesem Ausflugsziel mit 17 Bildern und 3 Insider-Tipps. Zürich 1988, GR 6488, Clarke, Robert Connell: Haschisch: Geschichte, Kultur, Inhaltsstoffe, Genuss, Heilkunde, Herstellung. Schätzungen gehen davon aus, dass gegen eine Million Menschen, also etwa 12% der Schweizer Bevölkerung, schon illegale Drogen konsumiert hat, wovon etwa ein Drittel dies mindestens wöchentlich tut. Hrsg. 1993: Es bildet sich eine neue offene Drogenszene am stillgelegten Bahnhof Letten. Bitte bestellen Sie vorgängig online von zu Hause aus. Jahrhunderts von Opium aus Bengalen überflutet worden. : Methadon als Alternative zum Gasenleben? ZIPP-AIDS gab auf dem Platzspitz jährlich 1,5 bis 3,3 Millionen sterile Spritzen ab, ferner 50’000 bis 125’000 Kondome sowie Nadeln, Alkoholtupfer und Venensalben. Dokumente belegen das Versagen und Verdrängen der Politiker. Anfangs Jahr hat uns der Film «Platzspitzbaby» wieder daran erinnert. 1992: Der Platzspitz wird geschlossen. Als die Zürcher Polizei am 5. Bis 1880 stiegen die jährlichen Opiumeinfuhren nach China auf 6’500 Tonnen und es gab geschätzte 20 Millionen Süchtige. Am selben Abstimmungstag hiessen 68% der Stimmenden eine Revision des Betäubungsmittelgesetzes gut, das die von der Stadt Zürich schon zwei Jahrzehnte zuvor implementierte Vier-Säulen-Strategie übernahm. Im 19. und frühen 20. Zürich 2016, 134836, Hagenbach, Dieter und Lucius Werthmüller Albert Hofmann und sein LSD. Die chinesische Regierung förderte nunmehr die Opiumproduktion im Inland, die in der Folge nicht nur die Importe aus Britisch-Indien zunehmend substituierte, sondern ihrerseits auch für den Export arbeitete. Während der Zeit der 80er-Bewegung zogen Teile der Drogenszene dann ins Autonome Jugendzentrum, bereits im Frühjahr 1982, nach der bürgerlichen Wende bei den Stadt- und Gemeindesratswahlen, wurde das AJZ aber geschlossen. ISBN 9783856471026 Peter Wiederkehr: Zürcher Regierungsrat, Gesundheitsdirektor. 1988 beschloss der Stadtrat neben Repression, Prävention und Therapie die Überlebenshilfe als vierte Säule der städtischen Drogenpolitik. Verschiedentlich entstanden am Limmatufer kleine Siedlungen aus improvisierten Behausungen, die jeweils nach kurzer Zeit wieder abgebrochen wurden. Zürich 1993, Hg 279, Kuntsche, Sandra und Marina Delgrande Jordan: Suchtprävention in mikro-, klein- und mittelständigen Betrieben: Ergebnisse einer Umfrage in schweizerischen KMU. Wien 2007, 118994, Brandstätter, Christian: Kokain: Mythos und Realität: Eine kritisch dokumentierte Anthologie. ): Biopolitik und Sittlichkeitsreform: Kampagnen gegen Alkohol, Drogen und Prostitution 1880-1950. Die Drogenszene wechselte mehrfach zwischen Central, Hirschenplatz, Bellevue-Rondell und der „Riviera“. In diesen Jahren bildeten sich in der Stadt erste kleinere Drogenszenen, wo offen gedealt und konsumiert wurde, etwa an der sogenannten Riviera beim Bellevue, am Stadelhofen oder beim Hirschenplatz. ): Cannabis, Stand der Dinge in der Schweiz. Der Zürcher Platzspitz oder Needle Park war während der 1980er- und frühen 1990er-Jahre eine offene Drogenszene. Bern 2013, 128431, Degonda, Martina Andrea: Konsumverhalten von Männern und Frauen zwischen 20 und 35: Über den Einfluss psychosozialer Faktoren auf den Verlauf von Tabak-, Cannabis- und Alkoholkonsum. Wie beim Alkohol korreliert auch bei anderen Drogen die mediale und politische Aufmerksamkeit also keineswegs mit der quantitativen Verbreitung ihres Konsums. Zürich: Verlag Mathieu, 2000, Interaktive DVD Abb. Save. Insbesondere in Hafenstädten entstanden sogenannte „Opiumhöhlen“, die zumeist von Chinesen betrieben wurden. Lausanne 2016, Gr 14055, Drogenabstinenz Schweiz: Mitteilungsblatt für abstinenzorientierte Gruppierungen. Dasselbe Schicksal ereilte das im November 1977 eröffnete Jugendzentrum Schindlergut („Schigu“), das im Juni 1978 wegen illegaler Übernachtungen und Drogenkonsums polizeilich geräumt wurde. o. O. Jubiläum der Räumung 25 Jahre Platzspitz 25 Jahre nach Schliessung der offenen Drogenszene in Zürich. Man schätzte zu jener Zeit 500 bis 700 Süchtige, unter ihnen etwa der Schriftsteller Friedrich Glauser. Zürich 1990. (Hg. Hg. Platzspitz Park (Zürich, Svájc). ): Fixen: Opium fürs Volk: Konsumentenprotokolle. Täglich tummeln sich hier zwischen 3000 und 5000 Leute. Die offene Drogenszene am Platzspitz und später am stillgelegten Bahnhof Letten in Zürich – ein Kapitel der Schweizer Geschichte, welches wir gerne vergessen würden. Wir danken für Ihr Verständnis. (Hg. Die schweizerischen Heroinexporte nach Japan stiegen massiv an; von dort aus wurde die Ware ins Reich der Mitte geschmuggelt. Gartenbauamt Zürich, Zürich 1995. 20 Jahre nach der Schliessung der Drogenszene gibt das Multimedia-Spezial des «Tages-Anzeigers» die Antwort. ): Drogenpolitik der Stadt Zürich. ): Platzspitz – Insel im Strom der Zeit. Im Jahre 1908 hiessen dann 63,5% der Stimmenden die Eidgenössische Volksinitiative für ein Absinthverbot gut. Bern 2003–2006, D 5802, Eltern gegen Drogen: Informationsbulletin der Schweizerischen Vereinigung Eltern gegen Drogen und des Dachverbandes Drogenabstinenz Schweiz. Zeitgleich entstand Anfang der 70er Jahre am Limmatufer beim Bellevue die erste offene Drogenszene, genannt „Riviera“, an der Jugendliche zunächst vor allem Haschisch konsumierten, bald aber auch 100 bis 300 Heroinabhängige verkehrten. Februar 1992 den Platzspitzpark hinter dem Landesmuseum schloss, war dies ein unter grossem öffentlichem Druck gefällter Entscheid der Politik, die den Schlussstrich unter einem seit Jahren bestehenden Problem zu ziehen versuchte: der offenen Drogenszene. Im Februar 1995 räumte die Polizei endgültig die Zürcher Drogenhölle. Die Geschichte des Platzspitz in Zürich ist viel reicher als die relativ kurze Episode als «Needle-Park». In der Stadt Zürich verschob sich in den zwei Jahrzehnten vor der Entstehung des „Needle Park“ auf dem Platzspitz der topographische Schwerpunkt der Drogenszene mehrfach: Die „Autonome Republik Bunker“ unter dem Lindenhof wurde im Winter 1970/71 nach wenig mehr als zwei Monaten wegen zunehmender Drogenfälle wieder geschlossen. Der Konsum war aber nach wie vor legal. Im Ersten Weltkrieg hatte die Schweizer Chemie mit der Massenproduktion von Morphin und Kokain, auf deren Basis Schmerzmittel hergestellt werden konnten, eine lukrative Exportstrategie entwickelt. 1989 forderte die städtische Sozialvorsteherin Emilie Lieberherr erstmals die staatliche Heroinabgabe an Süchtige, wozu der Bund aber erst vier Jahre später grünes Licht gab. Gockhausen 2014, 129350, Hell, Daniel: Der Gebrauch von Cannabis unter den Jugendlichen Zürichs. Die dem Prohibitionsgedanken verpflichtete Eidgenössische Volksinitiative für ein Branntweinverbot scheiterte denn auch 1929 mit weniger als einem Drittel Ja-Stimmen deutlich. Aarau 2000, Gr 9963, Cousto, Hans: DrogenMischKonsum: Safer-use-info: Das Wichtigste in Kürze zu den gängigsten (Party-)Drogen. Die Palette konsumierter Substanzen hat zugenommen, nebst den „traditionellen“ Drogen Haschisch, Heroin, Kokain, Marihuana und LSD werden in der Partyszene Ecstasy, Amphetamine (Speed), Psilo-Pilze, Methamphetamine, K.o.-Tropfen und andere Substanzen konsumiert. I loved the location because it was central and near all the main sections of Zürich. ... Mit ihrem Haupthof öffnet sich die Anlage zur Parkanlage des Platzspitz, die sie markant zur Stadt hin abschliesst. Chinesische Widerstände gegen diese Handelspolitik, die zu grossen gesundheitlichen und gesellschaftlichen Problemen führte, wurden in den beiden Opiumkriegen (1840–1842 und 1856–1860) gewaltsam gebrochen. : Methadon und soziale Stabilisierung: Probleme im Zusammenhang mit der Zürcher Methadonabgabepraxis und neue Vorschläge für die Soziale Arbeit mit DrogenkonsumentInnen. Zytglogge Verlag, Bern 1991, ISBN 3-7296-0373-6. Ernst Sieber: Platzspitz – Spitze des Eisbergs. Heroinabhängige konnten sich Spritzen setzen, ohne festgenommen zu werden. Zürich 2017, Gr 14313, Grosse, Judith et al. Solothurn 1994, 97187, Grob, Peter J.: Zürcher „Needle-Park“: Ein Stück Drogengeschichte und -politik, 1968–2008. Rund 500 Personen haben sich am Samstagnachmittag in Zürich versammelt, um gegen die "Corona-Lüge" und die. Die Zahl der direkt oder indirekt durch den Konsum illegaler Drogen verursachten Todesfälle stieg von 52 im Jahre 1976 auf 118 bis 1985, 205 im Jahre 1988 und 420 im Jahre 1991. Die Volksinitiative „Für eine vernünftige Hanf-Politik mit wirksamem Jugendschutz“ (Hanf-Initiative) wurde vom Elektorat 2008 mit 63,2% Nein-Stimmen bachab geschickt. ): Illegale Alltagsdrogen: Cannabis, Ecstasy, Speed und LSD im Jugendalter. Solothurn 2003, 112225, Darke, Shane: Heroinabhängigkeit im Lebenslauf: Typische Biografien, Verläufe und Ergebnisse. Karl Marxens bekanntes Diktum von der Religion als „das Opium des Volkes“ aus seiner um die Jahreswende 1843/44 verfassten Einleitung zur „Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie“ sowie Heinrich Heines noch drei Jahre ältere Formulierung von der Religion als „geistiges Opium“ zeugen von der allgemeinen Bekanntheit des Opiums bereits zu diesem Zeitpunkt.